Tony De Maeyer

Der belgische Film- und Theaterschauspieler wurde in Brüssel geboren und studierte am Koninklijk Vlaamn Conservatorium in Antwerpen (B) bei Ivo Van Hove und bildete sich nachher jahrelang weiter aus über Workshops mit, u.a. Luk Perceval, Minako Seki, Enrique Vargas, Thierry Salmon und v.a.

1996 trifft er Gennadi N.Bogdanov in Berlin (Dozent für Biomechanik am ehemaligen GITIS in Moaskau). Das ist der Beginn einer üußerst intensiven Zusammenarbeit, die es ihm ermöglicht, sich die Biomechanik Meyerholds in der Praxis zu Eigen zu machen. De Maeyer ist vermutlich ein von den wenigen schauspieler weltweit der ie perfekte Assimilation der Biomechanik Prinzipien in sein Schauspiel erricht hat, sowohl auf der Bühne als auch im Film. Seit vielen Jahren unterrichtet und leitet De Maeyer Workshops für Biomechanik an Theaterschulen im In- und Ausland, wie z.B. universität der Künste (Udk), die Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg oder die Anton Bruckner Privatuniversität in Linz, so wie auch private Schauspielschulen in Deutschland. Als Biomechanik Experte wird er seit viele Jahre an Staatliche Theatern (Theater Aachen, Volksbühne...) so wie auch bei Theaterensembles engagiert um Theaterprouktionen künstlerisch zu betreuen, in dem er die Schauspieler trainiert, sie mit den Prinzipien der Biomechanik vertraut macht und Körper in Bewegung inszeniert. So arbeitete er u.a. mit Christian von Treskow, Dimiter Gottschef, Darijan Mihajlovic.

De Maeyer hat es sich als Aufgabe gestellt die Biomechanik Meyerholds aus ihre allzu dogmatischen historieschen Kontext zu befreien und sie als moderne Schauspielmethode weiter zu entwickeln. Er betrachtet, neben der Arbeit von K.Stanislavski, die Biomechanik als äußerst relevant und unentbehrlicj für das Handwerk des Schauspielers.

Seit 2006 ist er als Biomechaniktrainer am Mime Centrum Berlin engagiert.

Als Schauspieler erhielt De Maeyer 1993 die Auszeichnung für den Besten Schauspieler auf dem Internationalen Filmfestival von Brüssel.

 

Trainingsschwerpunkt

Das theatralisch-biomechanische Training umfasst im Wesentlichen ein Kompendium von Übungen zum Aufbau und zur Verbesserung der physischen Konstitution der Schauspieler sowie zur Einstudierung der Prinzipien von Bewegungsanalyse
und -konstruktion. Die Aufmerksamkeit richtet sich auf das Spiel des Gleichgewichts, Rhythmus, Raum und Wahrnehmung des eigenen Körpers, sowie auf die Musikalität und die poetische Ausdruckskraft des Körpers in Bewegung.

Formbewusstsein, räumliche Koordination, Körperbeherrschung, Rhythmik und Musikalität, vor allem aber auch Exzentrik und Groteske, also die Suche nach körperlichen Extremzuständen, sind wichtige Merkmale der biomechanischen Spielkultur. Biomechanisch geschulte Schauspieler beherrschen i.d.R. ein äußerst breites Spektrum an Ausdrucksmöglichkeiten und sind in der Lage, binnen kürzester Zeit die Spielregister zu wechseln, vom Expressiv-Artifiziellen über einen reduzierten Naturalismus bis hin zu Slapstick und Clownsspiel. Die verblüffende Vielseitigkeit der Biomechanik und ihre Fähigkeit, neue Einflüsse in ihr eigenes System zu integrieren, machen sie in der heutigen Situation zu einem wirkungsvollen Instrument eklektischer, postmoderner Spielweisen, die den Vorspielcharakter des Theaters ästhetisch reflektieren.

„The fundamental rule of Biomechanics is very simple: the whole body participates in every movement“
W. Meyerhold